Hvar, das „Madeira der Adria“, liegt 2715 Stunden im Jahr an der Sonne und hat mit einer Durchschnittstemperatur von 8,3 C im Januar das mildeste Klima der gesamten dalmatinischen Küste.
Auf den terassenförmig angelegten Hügeln gedeihen Lavendel, Rosmarin, Oliven und Trauben, und in Anlagen und Gärten blühen Oleander und Bougainvillea zwischen Palmen und Agaven. Diese mit 68 km längste, ziemlich schmale Insel der Adria ist seit der Steinzeit bewohnt.
Den Namen Hvar leitet man von der griechischen Kolonie Pharos her, die im 4. Jahrhundert v. Chr. In Stari Grad gegründet wurde. 100 Jahre später kehrten die Illyrer zurück und wurden diesmal von den Römern vertrieben. Im 7. Jh. Begannen sich slawische Stämme hier niederzulassen, dann wechselten sich byzantinische, kroatische und ungarisch – kroatische Machthaber ab.
Ständige Seeräuberüberfälle veranlassten die wohlhabenden Inselbewohner 1278 den Schutz Venedigs anzurufen, das in den nächsten 500 Jahren seine Macht behauptete, obwohl es mehrfach zu blutigen Aufständen kam: gleich 20 Rebellen wurden 1514 am Rahnock der venezianischen Admiralsgaleere aufgehängt. Während der napoleonischen Besetzung Dalmatiens bemächtigten sich die britischen und russischen Flotten der wichtigsten Inseln, die sie als Stützpunkt benutzten. Von 1812 bis 1813 hielten die Briten Hvar besetzt, dann wurden sie von den Österreichern abgelöst.
Die größte – und für viele die reizvollste – Stadt trägt denselben Namen wie die Insel. Hvar, das als griechische Kolonie gegründet wurde, gedieh vor allem unter den Venezianern, deren Adriaflotte in dem kleinen geschützten Hafen überwinterte. Heute liegen dort Motorboote vor Anker, die darauf warten Badegäste an den Strand von Palmizana auf einer der Pakleni – Inselchen hinüberzufahren.
Eine weitläufige Piazza ( Pjaca ) zieht sich von der Küste nach der Stadtmitte. Auf der linken Seite stehen eine Loggia aus dem 16. Jh. Mit eleganten Arkaden sowie ein mit Balustraden geschmückter Uhrturm. Der Treppenweg zur Festung führt an mittelalterlichen Herrenhäusern und einer Palastfassade in venezianischer Gotik vorbei. Über denselben Weg flohen die Einwohner, als die Türken 1571 die Stadt in Brand steckten. Die zinnengekrönten Mauern der Altstadt von Hvar enden bei der Festung Spanjolo ( 1551 ). Hier können sie abends unter freiem Himmel essen und tanzen und bei Tag die prächtige Aussicht genießen. Weiter oben steht noch die Napoleon – Festung.
Am anderen Ende der Pjaca, jenseits des mittelalterlichen Brunnens, erhebt sich die Kathedrale des hl. Stephan ( Sveti Stjepan ), die 1560 begonnen, doch sehr viel später vollendet wurde. Schönes gotisches Chorgestühl und eine Geißelung Christi, die offenbar von jener Juraj Dalmatinac in der Kathedrale von Split beeinflusst wurde.
Die eine Seite des Platzes nimmt das lang gestreckte Arsenal ein, dessen Torbogen zum Wasser so groß war, dass Galeeren hindurch fahren konnten. 1612 wurde der Bau aufgestockt und in ein Theater verwandelt. Die barocke Innenausstattung stammt aus dem Jahre 1800, als das Theater von einer Gruppe gemeinnütziger Bürger – die dafür ihren Stammplatz bekamen – renoviert wurde.
Am Hafen steht der elegante Kampanile eines Franziskanerklosters aus dem 15 Jh.: in der Kirche eine Reihe von Gemälden aus dem 16. Jh. Von italienischen und einheimischen Meistern. Im Refektorium – jetzt Museum – ein sehr schönes Abendmahl, das Matteo Ingoli zugeschrieben wird.
In entgegengesetzter Richtung der Küste entlang gelangen Sie zum öffentlichen Strand und zu mehreren Hotels. Gegen Abend trifft sich alles auf dieser Promenade. Eine Girlande von Glühbirnchen spiegelt sich im Wasser, und die Festung erstrahlt im hellen Licht der Scheinwerfer.
Auf der Piazza werden Sie in 20 Minuten von einem jungen Künstler poträtiert, können zwischen den Andenkenständen herumschlendern und sich vom Duft der Fläschchen mit Lavendelöl, die einige Bäuerinnen anbieten, verführen lassen. Der Lavendelduft durchzieht übrigens die ganze Insel, und Sie sehen überall auf den Terassen die blauen Büschel trocknen.
Die Straße nach Stari Grad ist ein Stück des 300 km langen Straßennetzes, das die Franzosen während ihrer kurzen Herrschaft in Dalmatien bauten. Etwas oberhalb der Küste von Stari Grad steht die Sommerresidenz ( Tvrdalj ) des kroatischen Dichters Petar Hektorovic . Dieser kostbare Bau aus dem 16. Jh. besitzt einen reizenden Fischteich mit einem Säulenrundgang. Im nahagelegenen Dominikanerkloster befindet sich ein Werk Tintorettos.
Das hübsche Jelsa, dessen Süßwasserquellen die ganze Insel mit Trinkwasser versorgen, schmiegt sich in eine tiefe Bucht. Vrboska, ein friedliches Dorf, liegt versteckt in einer kleinen Bucht. Seine Kirche ( Sveta Marija ) ist zu einer regelrechten Festung mit Zinnen und zwei runden Bollwerken ausgebaut; die St. – Lorenz – Kirche ( Sveti Lovrinac ) besitzt ein Gemälde von Veronese.